Drachenbootrennen 2011 auf der Mangfall


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- Ready!

- Stille!

 

 

Die beiden Boote treiben auf die Startlinie zu. Neben uns das Boot der Griabigen,  Sieger von 2009 und sicher auch diese Jahr eine ernstzunehmende Mannschaft. Für uns gilt es, den Titel vom vergangenen Jahr zu verteidigen.

 

 

 

Die Nerven surren wie gespannte Drahtseile, eisern umfassen die Hände das Stechpaddel, Oberkörper weit nach vorne gebeugt, das Blatt steht bis zum Griff im Wasser. Der Startablauf, zig mal im Training geübt, läuft noch einmal in Bruchteilen einer Sekunde auf dem geistigen Bildschirm ab. Weitere Gedanken werden durch das Startsignal zerfetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann beginnt das nervenaufreibende Warten bis zum zweiten Lauft, der mit der Zeit des ersten Laufs addiert wird und dann die letztendlicher Wertung für die acht Besten der Endläufe ergibt. 57 Mannschaften wollen ihre Chance haben. Einige sehen die Sache nach dem Teilnahmeprinzip relativ entspannt, so eher als teambildende Maßnahme. Andere sehen die Sache durchaus sportlich. Die Zeiten der ersten zehn Mannschaften liegen sehr eng beieinander. Da haben wohl einige im Sommer die eine oder andere Trainingseinheit extra genommen.

Die Mannschaften sind schwierig einzuschätzen. Boote, die letztes Jahr noch an der Spitze waren, können sich dieses Jahr nur vorne im Mittelfeld halten. Anderen Mannschaften, von denen man noch nie was gehört hatte, fahren vorne mit. Somit eine spannende Sache bis zum Schluss.

 

Beim zweiten Lauf lief es dann etwas runder, wir konnten uns aber nicht wirklich von dem Kaugummi richtig absetzten. Die Gesamtzeit der beiden Läufe setzte uns dann aber doch auf den dritten Platz. Wenn wir jetzt noch den Groof rausbekommen, dann klappt es auch dieses Mal wieder.

 

Der Zufall will es, dass wir im Viertelfinale erneut gegen die Griabigen fahren müssen. Diesmal hauen wir wirklich gut rein und es reicht, unsere Gegner auf die Plätze zu verweisen und eine Runde weiter zu kommen.

 

Meinen linken Schlagmann dabei nicht aus den Augen verlieren. Konzentrieren auf den Rhythmus, ich fühle, ich bin zu schnell, die hohe Schlagfrequenz können wir nicht bis zum Schluss durchhalten.

Mist, alles verpatzt, wir kommen nicht in einen guten Rennmodus, nur hektisches Schaumschlagen. Ich habe das Gefühlt eines hochtourigen Motors, dem in der nächsten Sekunde die Kolben oben rausfliegen. Ein schneller Blick nach links, das Boot neben uns klebt wie Kaugummi an uns, schlimmer noch, der Kaugummi ist sogar schneller. Es wird ein Kopf an Kopf Rennen, dessen Ausgang am Ende nur der Zielrichter entscheiden kann.

Der Lauf dauerte nur gut eine Minute und Zwölf. Mir kam es aber vor wie ein nicht enden wollender Albtraum, der mir alle Energie und Kraft aus meinem Körper ziehen will. Totale Atemnot und ein Puls von gefühlten 200 Schlägen, totale Erschöpfung, der Mund trocken wie eine Sandwüste.

Gefühlt ein besch… Lauf. So ziemlich alles verpatzt, was zu verpatzen war. Wir haben es einfach nicht geschafft, unseren Rhythmus zu finden. Dabei hatte es am See doch schon so gut geklappt.

Banges Warten auf die Zeiten. Gefühlt würde ich sagen, das reicht höchstens fürs Mittelfeld. Dann die Erlösung, wir waren eine Tic schneller und haben die Bestzeit vorgelegt.

- Go!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Da es im Knock-Out-Verfahren geht, werden die Abstände zum nächsten Start immer kürzer. Im Halbfinale konnten wir uns um Haaresbreite nicht mehr durchsetzten. Es fehlte wirklich nur ein gefühlter Wimpernschlag. Enttäuschung machte sich breit. Logisch, hatten wir nach den letztendlich doch guten vorherigen Läufen mit einem Funken Finale geliebäugelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letztendlich können wir mit unserem Ergebnis mehr als zufrieden zu sein. Das Feld der ambitionierten Mannschaften war groß und stark. Viele Mannschaften hatten bei weitem mehr Trainingseinheiten absolviert. Uns aber hat unser guter Teamgeist und natürlich auch unser Naturtalent geholfen.

 

Unser Team 2011 waren:

Wild Markus

Reissner Manfred

Nehring Oliver

Mayer Stephan

Klein Ingo

Prijon Jürgen

Anthofer Helmut

Embacher Andi

Weickmann Dieter

Priller Georg

Gebert Mirco

Stein Hanjo

Reissner Andreas

Rinow Detlef

Schachtner Dietmar

Vogler Codi

Priller Uschi (Trommlerin)

 

Hier gehts zu den Rennen 2009 und 2010

 

Jetzt gilt es, 2012 noch den zweiten Platz zu erreichen, dann ist die Vitrine im Bootshaus hübsch gefüllt 

Die letzte Chance im kleinen Finale zu punkten, haben wir am Schopf gepackt und uns somit den dritten Platz sichern können.

Die Anspannung explodiert schier und setzt sich in Energie um, die auf das Paddel übertragen werden will. Jetzt nur nicht überreagieren, zählen nicht vergessen. Zehn schnelle Schläge um das Boot ins Gleiten zu bekommen um dann in einen längeren Schlag überzugehen

Das Rennen 2010

Das Rennen 2009